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König: Vielleicht bin ich da schon angekommen

Es gibt nicht nur Dietmar Wischmeyer, mit dem ich schon des öfteren gesprochen habe ( siehe hier ). Als ich das Angebot bekam, mal wieder Johann König zu befragen, sagte ich schnell zu. Schließlich hatte ich das erste Gespräch in guter Erinnerung. Außerdem wollte ich mal wissen, wie sich die Perspektive  nach einem Jahr Tour verändert. Und dann kam die "Wer ruft wen an"-Frage zum Tragen. Ich saß zum verabredeten Zeitpunkt an meinem Platz vor dem Telefon und wartete und wartete und wartete. Als ich eine halbe Stunde später noch mal in die Unterlagen schaute, stellte ich fest, dass ich anrufen sollte. Ach, du ... Sche...! Da Künstler sprach am nächsten Tag dann doch mit mir und auch dieses Mal lief das Frage-Antwort-Spiel in einer angenehmen Atmosphäre ab. Das Gespräch fand im März 2014 statt.  Herr König, das letzte Mal haben wir vor einem Jahr gesprochen. Was hat sich seitdem in ihrem Programm geändert? Mein Programm ändert sich ständig. So ist jetzt  zum Beis...

Nuhr: Alles eine Frage der Software

 Der Comedian und Kabarettist zu den Fragen der Themenwahl und deren Grenzen Wenn es noch eines Beweises gebraucht hätte, nun ist er da. Ich bin doch der Zuhörer für die Komiker. Als ich im Januar 2014 das Angebot bekam, Dieter Nuhr im Vorfeld seines Auftritts in derGöttinger Lokhalle ein paar Frage zu stellen, habe ich gleich zugesagt. Hier sind die Antworten. Herr Nuhr, Wahn und Wirklichkeit ist ein großes Thema in ihrem aktuellen Programm. Wie unterscheiden Sie zwischen beiden? Hoffentlich erfolgreich. Aber wer kann das sagen? Manchmal denke ich, dass ich mir alles nur einbilde, ein Problem, das schon Platon und Descartes mit sich rumschleppten. So lange ich nicht eingeliefert werde, gehe ich davon aus, dass die Welt, die ich wahrnehme, die richtige ist... An welche schönen Dinge könnten wir alles denken, wenn unsere Gehirn nicht zu 90 Prozent mit Lügen und aberwitzigen Verdrehungen beschäftigt wäre? Könnten wir es überhaupt vertragen, wenn auf einen Schlag solch...

Baranowski: Es ist nicht wichtig wie, sondern dass wir überhaupt daran erinnern

Interview zur Geschichte der Rüstungsproduktion in Südniedersachsen und Nordhthüringen Frank Baranowski ist der Fachmann für die Rüstungsproduktion in Südniedersachsen bis 1945. Seit einem Schülerwettbewerb 1988 beschäftigt sich der gebürtige Eichsfelder mit diesem Thema. Auslöser waren damals die Erzählungen und Erfahrungen seiner Großmutter in einer Duderstädter Waffenschmiede. Seit 1995 veröffentlich der Jurist seine Recherchen regelmäßig in Form von Büchern. Ende 2013 legt er im Verlag Rockstuhl  "Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands 1929 - 1945" vor. Das Buch zeigt, wie die Wehrmacht noch zu den Zeiten die Wiederbewaffnung betrieb und wie die Nazis nach 1933 hier anknüpften. Es zeigt vor allem, dass Südniedersachsen von dieser Aufrüstung profitierte. Warum lagen 18 Jahre zwischen dem ersten und dem zweiten Buch? Dazwischen gab es noch einige andere. So habe ich unter anderem mehrere Beiträge in "Der Ort des Terrors" veröffentlicht. Neben einer ...

Wischmeyer: Im Ausland ist es noch gruseliger

Boshaftes und wahrhaftiges über den Alltag der Deutschen Es dürfte sich langsam rumgesprochen haben: Dietmar Wischmeyer gehört zu meinen liebsten Gesprächspartner. Warum? Es ist so erleichternd, wenn jemand anderes für einen selbst bissig und böse ist. Und die Kreativität bei der Erschaffung von Begriffen, die finde ich bewunderswert bis erfrischend grenzwertig. Als der Meister der Verbalinjurie auf akademischen Niveau ein neues Buch ankündigt, habe ich mich auch gleich um ein Gespräch bemüht. Achtung,  Wischmeyer lauert ihnen draußen auf. Foto: Wilde   Herr Wischmeyer, der Untertitel ihres neuen Buchs heißt: Zu Besuch bei deutschen Menschen. Wer lässt sie denn rein? Gute erste Frage! Chapeau! Niemand natürlich! Doch nicht alles, was der Republik-Insasse so treibt, spielt sich in dessen Freß-und Bubuzelle ab. Und draußen, da hefte ich mich an seine Fersen. 




 Das Grundübel allen Seins ist die Arbeit. Wie schön könnte das Leben sein, wenn die Menschen ni...

Schleich: Strauß hätte sich am Türstock aufgehängt

Der Kabarettist Helmut Schleich zur Großen Koalition und zu kantigen Typen Ein weiteres Steinchen aus dem Baukasten Thomas und die Kabarettisten. Ehrlich gesagt hatte ich Helmut Schleich nicht so richtig bis überhaupt nicht auf dem Schirm. Dann schickte mir der Verlag eine Ankündigung zu "Franz Josef Strauß - Mein Tagebuch von 1988 bis heute" zu und mein Interesse war geweckt. Nachdem ich das Buch dann gelesen hatte, wollte ich auch den Co-Autor befragen. Immerhin war FJS ein Pol in der Geschichte meiner Generation, eher so eine Art Anti-Pol. Die Liste seiner Missetaten und verbalen Entlgeisung ist sehr, sehr lang. Zuletzt hatte er mit der Festlegung auf Wackersdorf als Standort für eine Wiederaufbereitungsanlage nicht nur der Oberpfalz den Krieg erklärt. Auf der anderen Seite hatte gerade der Sozi-Hasser Strauß der DDR einen Milliardenkredit verschafft, der das System auf Jahre hinaus wieder stabilisierte. Und Strauß war der erste Politiker, der sich mit dem Kürzel FJS als...

Risiko und Chance zugleich

Vier Fragen an Viva Voce Am 7. Dezember gastierte das A-Cappella-Kommando im Kreuzgang Walkenried. Das konnte ich so nicht unkommentiert stehen und rückte Jörg und David anschließend noch einmal auf das Fell. Dies sind die vier entscheidenden Nachfragen: Ein Programm nur mit Weihnachtsliedern, wer ist auf die Idee gekommen? Jörg: Ein Veranstalter ist vor knapp viere Jahren an uns herangetreten und fragte uns, ob wir uns so etwas vorstellen könnten. Weil es mal was ganz anderes war, als die Party und gute Stimmung, die wir sonst auf der Bühne machen, haben wir spontan ja gesagt. Dann kamen uns auch gleich die ersten Ideen und nun sind wir seit bald zweieinhalb Jahren mit diesem Programm unterwegs, nicht nur mit diesem Programm, und es macht uns sehr viel Spaß. David (mitte) und Jörg (2. v.r.) standen dem Fragensteller kurz zur Verfügung.  Foto: Band   Aber mit Weihnachten ist das Programm thematisch doch eingeschränkt. Ist dies nicht ein großes Risiko? Jörg: Ja, e...

Eine Aufarbeitung war nicht erwünscht

Der Geologe Dr. Friedhart Knolle zum Grubenunglücks von Lengede und den wahren Helden “Das Wunder von Lengede” gehört zu den Gründunsgmythen der Bundesrpublik Deutschland.. Am 24. Oktober 1963 drangen etwa 500.000 Kubikmeter Wasser und Schlamm in die Erzgrube Mathilde in Lengede-Broistedt ein. Von der 100 Meter Sohle bis zur 60 Meter Sohle wurde der Schacht komplett überflutet. Das Wasser stammt aus einen Klärteich, der zuvor als Tagebau genutzt wurde und über einen schräg verlaufenden Stollen, einen sogenannten Bremsberg, mit der Grube verbunden war. 79 Kumpel konnten sich innerhalb kurzer Zeit selbst retten. Nach mehreren Anläufen wurden am 7. November 11 Bergleute aus 60 Meter Tiefe geborgen. In den Tagen zuvor waren bei zwei anderen Rettungbohrungen bereits 10 Verschüttete gerettet wurden. 29 Kumpel kehrten nicht heim. Herr Knolle, wie sind Sie an das Thema gekommen? Für Dr. Friedhart Knolle war das Unglück eine programmierte Katastrohe. Foto: Naturfreude Han...