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"Wir sind sehr zuversichtlich"

Die Oase in der Corona-Wüste 2020 Die Theater sind zu und der Sommer 2020 wird ein Sommer ohne Festivals. Aber eine Ausnahme könnte es geben: Das Theaternaturfestival in Benneckenstein. Intendant Janek Liebetruth ist zuversichtlich. Herr Liebetruth, trifft sich die Theaterwelt in diesem Sommer in Benneckenstein? Ich gehe nach derzeitigen Stand davon aus. Was macht Sie so zuversichtlich? Wir haben bis zur ersten Aufführung am 7. August noch drei Monate Zeit. Zudem hat Sachsen-Anhalt die Grenze für Großveranstaltungen bei 1.000 Besucher gezogen. In diesen Bereich kommen wir ja nie hin. Natürlich erarbeiten wir derzeit ein Konzept, mit dem die Hygieneregeln gewährleistet sein werden und wird sind im Kontakt mit der Landesregierung. Was hat Theaternatur, was andere Festivals nicht haben?  Zum einen der späte Termin. Normalerweise sind im August alle anderen Festivals vergleichbarer Art schon durch, wenn wir starten. Zum anderen kommt uns nun unsere überschaubare Größ...

Ich habe sieben Leben

Noch ein Interview mit Gregor Gysi Gregor Gysi ist wohl so etwas wie der letzte Pop-Star des Politikbetriebs. Zwar kommt er erst nächsten Jahrzur Lesung nach Osterode. Aber wir sprachen schon jetzt mal über Alter werden, besser zuhören und optimistisch bleiben. . Herr Gysi, Sie sind schon unterwegs auf Lesereise. Was sind ihre ersten Eindrücke? Die Veranstaltungen laufen gut, aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Das merke ich an den Fragen, die im Anschluss gestellt werden.  In Westdeutschland haben die Veranstaltungen einen aufklärerischen Charaktere, im Osten ist man eher an meiner bewegten Familiengeschichte interessiert. Der Titel ihrer Biografie lautet „Ein Leben ist zu wenig“. Wie viele Leben hätten Sie denn gern. Sieben Stück wie Che Guevarra. Nein, im Ernst. Mein erstes Leben waren Kindheit und Jugend. Dann kam mein zweites Leben als Student, mein drittes als Anwalt. Mein viertes Leben fand in der Umbruchphase der Wende mit all ihren Unwägbar...

Man braucht schon jede Menge Zuversicht

Interview mit Polarradler Richard Löwenherz Er kennt sich mit dem Wetter im Südharz und mit dem Klima in der Arktis aus. Erst im März war Richard Löwenherz mit Fahrrad in Jakutien am Ende der Welt. Nun ist er auf Vortragstour. Herr Löwenherz, sind Sie auch heute mit dem Fahrrad angereist? Nein, das ist dann doch zu umständlich, Zu meinen Vorträgen reise ich dann doch mit Bus und Bahn an. Sie bewegen bis zu 100 Kilo Gepäck. Wie kräftig sind eigentlich ihre Oberschenkel? Das habe ich noch nie gemessen. Zum Start sind sie normal, zwischendrin wohl deutlich dicker und zum Schluss, wenn ich dann abmagere, wieder dünner. Sie fahren auf dem Zimniks, Straßen aus Schnee und Eis, durch die russische Taiga und Tundra. Die Pisten müssen Sie sich mit den Lkws teilen. Ist es dabei schon mal zu gefährlichen Situationen gekommen? Nein, die Lkw-Fahrer gucken immer recht erstaunt, wenn sie mich sehen. Wir kommen dann immer ins Gespräch und fragen wohin und woher. Meist gibt es dabei au...

"Hilbert hatte seine Finger überall drin"

Interview mit Georg von Wallwitz „Meine Herren, dies ist keine Badeanstalt“ ist die Biographie des Göttinger Mathematiker David Hilbert. Am 12. Oktober stellt der Autor Georg von Wallwitz sein Buch beim Göttinger Literaturherbst vor. Im Februar 2013 hatten wir uns über Odysseus und die Sicherheiten an der Börse unterhalten. In diesem Jahr Ich sprach mit ihm den Reiz der Mathematik, den Wissenschaftsbetrieb und die Bedeutung Göttingens für das 20. Jahrhundert. Herr von Wallwitz, warum haben Sie sich für David Hilbert entscheiden und nicht für einen anderen Mathematiker? Hilbert hat sehr viele wissenschaftliche Entwicklungen, die das 20. Jahrhundert geprägt haben, beeinflusst und gefördert. Ob nun Einstein oder die Physiker, die die Quantenmechanik entwickelt haben oder auch am Bau der Atombombe beteiligt waren, alle waren sie bei Hilbert in Göttingen. Dort haben sie nicht nur rechnen gelernt, dort haben sie sich wichtige Impulse geholt. Er muss eine inspirierende Persönlichk...

Vorlesen ist ein intime Reise in die gemeinsame Fantasie

Heikko Deutschmann im Interview Im Fernsehen ist er ein Dauergast. Derzeit ist er im  Rahmen des Literaturfest Niedersachsen unterwegs. In Lingen und Osterode liest unter dem Titel "Von Menschen und Maschinen". Vorab sprach ich mit ihm über die Faszination des Vorlesens und über langfristige Zusammenarbeit. Herr Deutschmann, die Liste ihrer Hörbücher ist sehr lang. Sind Sie lesender Schauspieler oder schauspielender Vorleser? Das schließt einander nicht aus, sondern ergänzt sich. Ich lese wahnsinnig gern. Es ist schon schön, wenn die Leute kommen, um sich die Geschichten anzuhören. Zudem lese ich wahnsinnig gern vor. Das ist ein intimer Vorgang, wenn man sich gemeinsam auf die Reise in die Fantasie macht. Haben Sie ihren Kindern auch vorgelesen? Viel. Bis in den Schlaf hinein und darüber hinaus. Oft habe ich noch weitergelesen, auch wenn die Kinder schon schliefen, einfach, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Heikko Deutschmann liest bis tief in die Na...

Frank Koops ist stark an meine Person gekoppelt

Interview zu den Besonderheiten des Harten Brocken Es war ein Erfolg, mit dem niemand gerechnet hat. Die Mini-Serie um den verschrobenen Provinzkommissar Frank koops und seinen Freund, den Postboten Heiner, geht in die dritte Auflage. Kurz vor Ende der Dreharbeiten  sprach mit dem Hauptdarstellern Stadelmann und Führmann über die Freude, im Harz arbeiten zu dürfen. Herr Stadelmann, Herr Führmann, sie drehen nun mehr als drei Wochen am Stück. Wie sehr liegen da die Nerven blank?  Stadelmann: Es geht. Nervlich ist noch alles in Ordnung. Führmann: Was nervt sind die die Wetterkapriolen. Erst hatten wir sehr viel Sonne, dann viel Starkregen. Das macht die Arbeit so schwierig, weil die Anschlüsse dann nicht mehr passen. In einer Szene haben wir strahlenden Sonnenschein und im nächsten Moment schüttet es aus allen Kübeln. Herr Stadelmann, sie sind zum dritten Mal im Harz. Haben Sie sich schon an das Wetter gewöhnt? Stadelmann: Nein, nicht wirklich, aber einen Monat la...

Ich kenne den Harz und ich mag ihn

Star-Trompeter David Staff über sein Konzert in Scharzfeld und über Gewissheiten Seit Jahren ist der englische Trompeter David Staff Mitglied im Festspielorchester Göttingen. Im Rahmen der Händel Festspiele spielt er am 23. Mai mit Ryoko Morooka in der St. Thomas-Kirche in Scharzfeld. Im Interview spricht er über seine Zuneigung zu Pilzen aus dem Harz und zum Instrumentenbauen. Mr Staff, Sie gelten als vielseitiger Mensch. Aber was sind Sie zuerst? Trompeter, Trompetenlehrer oder Trompetenbauer? Das ist eine wichtige Frage. Momentan verbringe ich sehr viel Zeit auf der Bühne. Ich habe aber vor 10 Jahren angefangen, Trompeten zu bauen und das gefällt mir immer mehr. Also habe ich den Trompetenunterricht eingestellt. Wie ist die Beziehung zwischen dem Trompeter David Staff und dem Trompetenbauer Staff? Als ich anfing, Trompeten selbst herzustellen, war dies ein kompletter Wechsel der Perspektive. Ich habe die technischen Bedingungen kennengelernt. Mittlerweile habe ich es au...