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Das Glück im richtigen Moment finden

Bernd Stelter gilt als nachdenkliche Frohnatur. Derzeit ist er mit seinem Programm „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ unterwegs. Ich sprach mit ihm über Morgenmuffel und die 5 Ls, die das Leben lebenswert machen. Herr Stelter, was bedeutet es für Sie, wieder auftreten zu dürfen? Ich brauche das Live-Erlebnis, den Austausch mit dem Publikum. Deswegen freue ich mich auf den Abend in Osterode. Ich freue mich vor allem, weil es in diesen Zeit wichtiger denn je ist, gemeinsam zu lachen.  Wie hat die Pandemie  die Branche verändert? Ich spüre immer noch eine gewisse Zurückhaltung. Neulich war ich bei den Wühlmäusen in Berlin. Dort habe ich immer 5 Konzert vor ausverkauften Haus gespielt. In diesem Jahr waren es bestenfalls 400 von 520 möglichen Zuschauern pro Veranstaltung. Das finde ich so schade. solche Momente sind aus meiner Sicht wichtiger denn je. Wenn jemand meint, mit Maske in meinen Konzerten sitzen zu müssen, dann kann er das gern tun. Dagegen habe ich nichts. Aber ...

Für eine Retrospektive ist man immer zu jung

Olaf Martens über Fotografie, Inszenierung und Provokation Er gehört zu den wichtigsten Fotografen Deutschlands. Aufgewachsen ist Olaf Martens in Nordhausen. Nun gibt er dort an gleich drei Standorten einen Einblick in sein Werk. Wir sprachen mit ihm über Fotografieren im geteilten und vereinten Deutschland. Herr Martens, was bedeutet Ihnen die Ausstellung in Nordhausen? Sehr viel. Ich bin oft da. Meine Eltern leben in Nordhausen und mein Bruder wohnt in Auleben. Außerdem hat im Fotoclub Nordhausen alles begonnen. Wie mein Studienfreund Neo Rauch ist es auch mir wichtig zu den Wurzeln zurückzukehren. Neo ist nach Aschersleben zurückgegangen und ich besuche regelmäßig Nordhausen. Ist die Ausstellung ihre erste Retrospektive? Nein, dafür ist man immer zu jung. Aber eine Ausstellung in dieser Form habe ich noch nicht gemacht. Ich musste viele meiner alten Arbeiten sichten und auswählen. Leider hat man dafür derzeit eben zu viel Zeit.  Martens Hyperrealismus: Märchenhafte Ins...

Man ist nie zu alt für die Maus

Helden und Geschichten: Interview mit Christoph Biemann Bei der Sendung ist er der Mann im grünen Pullover und seit 1972 ist er mit dabei bei der "Sendung mit der Maus". Erst hinter der Kamera und seit 1983 auch vor der Kamera. Ich sprach mit Christoph Biemann über die Maus, das Lesen und das Lernen. Herr Biemann, wie dringend ist es, die Maus zu schauen? Es ist sehr dringend und es wird immer dringender. Die Welt wird immer komplexer und da entwickeln auch Kinder das Bedürfnis. einzelne Aspekte unter die Lupe. Kinder wollen immer verstehen und da ist die Verknüpfung zwischen dem Lüften eines Geheimnisses und Spaß dabei haben ein gutes Mittel. Das ist allerbeste Unterhaltung. Was ist das Prinzip Maus? Das Prinzip besteht darin, mit dem Erzählen einer Geschichte Wissen zu vermitteln. Es gibt einen Helden und ein Problem und später die Lösung. Welches ist ihr Lieblingsfilm? Das ist immer derjenige,  an dem ich gerade arbeite. Aber ich liebe es auch, Filme nach zwei oder...

Keine gute Krise ungenutzt lassen

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen werden auch in diesem Jahr nicht zum gewohnten Termin rund um Pfingsten stattfinden. Das Festival wurde auf den September verlegt.  Herr Wolff, wie schwer ist Ihnen die Entscheidung zur Verschiebung gefallen? Nicht so schwer wie die Entscheidung im letzten Jahr. Die Situation war zu erwarten. Wir haben mit dem Aufsichtsrat seit Dezember immer wieder getagt. Und weil die Impfungen nicht so schnell vorangehen wie erhofft, haben wir uns nun zu diesem Schritt entschieden. Dabei spielen die Reisebeschränkungen für unsere Künstlerinnen und Künstler und auch unsere Gäste eine weitere Rolle. Niemand kann absehen, wie diese sich in den nächsten Wochen entwickeln. Zudem fehlen uns von einigen Spielstätten noch die Zusagen. So konnten wir den geplanten Vorverkauf im März nicht starten. Wir hätten bestenfalls regionale Händel-Festspiele feiern können. Aber das ist nicht unser Anspruch. Wir wollen ein internationales Festival sein.  Was erw...

Ich habe mir das Goggeln abgewöhnt

Er gehört zu den Besten weltweit und mit seiner Band B. B. & The Blues Shacks hat Andreas Arlt im Schnitt 100 Konzert pro Jahr gespielt. Das ist nun vorläufig vorbei. Ich sprach mit ihm über Zwangspausen und  Unterstützung.  Andreas  was macht man in diesen Zeiten als Musiker? Man wartet, dass es wieder losgeht, dass man wieder in den normalen Trott kommt, das man Konzerte unter normalen Bedingungen spielen kann. Aber die Aussichten sind nicht rosig. Anfang habe ich noch an den Nachrichten gehangen und auf Neuigkeiten gewartet, aber mittlerweile habe ich mir das Googeln abgewöhnt  Wie lange wird es dauern? Es heißt ja immer, warten bis es einen Impfstoff gibt. Dazu gibt es sehr differenzierte Äußerungen. Die einen sagen bis Herbst, die anderen nächstes Jahr. Einige sagen sogar: Nie. Von daher rechne ich sogar mit mindestens zwei Jahren.  Andreas Arlt ist enttäuscht über die Unterstützung, die Künstler bekommen.  Wie kann man unter diesen Umständen eine ...

"Wir sind sehr zuversichtlich"

Die Oase in der Corona-Wüste 2020 Die Theater sind zu und der Sommer 2020 wird ein Sommer ohne Festivals. Aber eine Ausnahme könnte es geben: Das Theaternaturfestival in Benneckenstein. Intendant Janek Liebetruth ist zuversichtlich. Herr Liebetruth, trifft sich die Theaterwelt in diesem Sommer in Benneckenstein? Ich gehe nach derzeitigen Stand davon aus. Was macht Sie so zuversichtlich? Wir haben bis zur ersten Aufführung am 7. August noch drei Monate Zeit. Zudem hat Sachsen-Anhalt die Grenze für Großveranstaltungen bei 1.000 Besucher gezogen. In diesen Bereich kommen wir ja nie hin. Natürlich erarbeiten wir derzeit ein Konzept, mit dem die Hygieneregeln gewährleistet sein werden und wird sind im Kontakt mit der Landesregierung. Was hat Theaternatur, was andere Festivals nicht haben?  Zum einen der späte Termin. Normalerweise sind im August alle anderen Festivals vergleichbarer Art schon durch, wenn wir starten. Zum anderen kommt uns nun unsere überschaubare Größ...

Ich habe sieben Leben

Noch ein Interview mit Gregor Gysi Gregor Gysi ist wohl so etwas wie der letzte Pop-Star des Politikbetriebs. Zwar kommt er erst nächsten Jahrzur Lesung nach Osterode. Aber wir sprachen schon jetzt mal über Alter werden, besser zuhören und optimistisch bleiben. . Herr Gysi, Sie sind schon unterwegs auf Lesereise. Was sind ihre ersten Eindrücke? Die Veranstaltungen laufen gut, aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen Ost und West. Das merke ich an den Fragen, die im Anschluss gestellt werden.  In Westdeutschland haben die Veranstaltungen einen aufklärerischen Charaktere, im Osten ist man eher an meiner bewegten Familiengeschichte interessiert. Der Titel ihrer Biografie lautet „Ein Leben ist zu wenig“. Wie viele Leben hätten Sie denn gern. Sieben Stück wie Che Guevarra. Nein, im Ernst. Mein erstes Leben waren Kindheit und Jugend. Dann kam mein zweites Leben als Student, mein drittes als Anwalt. Mein viertes Leben fand in der Umbruchphase der Wende mit all ihren Unwägbar...