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Auch wir müssen uns um schmutzige Socken kümmern

Kim & Roy verabschieden sich aus der Öffentlichkeit Mit bürgerlichen Namen heißen sie Lothar und Thomas Finze. Bekannter sind sie als das Travestie-Duo „Kim & Roy“. Gemeinsam haben sie vieles geleistet für die Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschafen und Ehen. Am 15. April verabschieden sie sich nach 33 Jahren von der Bühne. Ich sprach mit ihnen über Widerstände, Erfolge und Freundschaften.  Was war schwerer? Anfangen oder aufhören?  Lothar : Der Anfang war eindeutig leichter, trotz einiger Widrigkeiten und der hohen Investitionen. Mein Vater hat uns gewarnt, dass wir nicht vorsichtig umgehen sollen mit dem Geld. Thomas hat die Kleider genäht und es war ein riesiger Aufwand, die Musik zu den einzelnen Programmen auf die Kassetten zu bekommen. Aber die Begeisterung hat uns getragen. Mein Vater ist dann aber unser größter Fan geworden. Er hat bis tief in die Nacht gewartet, um uns nach jedem Auftritt zu fragen wie es gelaufen ist.  Thomas (hi.) und Lothar Finze...

Der Rennsport hat mich Demut gelehrt

Orange vorne - Interview mit dem Macher von Jägermeister Racing Interessante Menschen lauern überall und Eckhard Schimpf traf ich in Einbeck im PS.Speicher. Er hatte jahrelang eine dreifache Funktion: Journalist, Rennfahrer und Chef von Jägermeister Racing. Im Interview konnte er mit unbekannten und überraschenden Details aus dem internationalen Rennsport aufwarten. Herr Schimpf, wie viel Benzin haben Sie noch im Blut? Bemisst sich das in Promille oder in Prozent? Auf jeden Fall noch viel. Ein Leben ohne Autos kann ich mir immer noch nicht vorstellen. Ich habe ein Leben voller Motoren geführt. Wie sind Sie zum Automobilsport gekommen? Über den Umweg des Motorradsports. Ich war 1948 als Zehnjähriger mit meiner Schwester beim Prinzenparkrennen in Braunschweig und wir hatten ein eindrucksvolles Erlebnis mit einem DKW-Motorrad. Ich war von diesem lauten Teufelsding und seinen Ausdünstungen völlig fasziniert. Als ich das Motorrad mit meiner Schwester zusammen in das Fahrerlager schieben dur...
"Ich bin nach Hause gekommen" Daniel Böhm zu Rücktritt und Wiederkehr Aus dem einst erfolgreichen Dreigestirn Hildebrandt – Böhm – Peiffer ist Daniel Böhm der einzige, der noch aktiv am Biathlon-Geschehen beteiligt. Seit dem letzten Jahr leitet der 36-jährige Oberharzer als Sportdirektor der Internationalen Biathlon-Union (IBU) das Wettkampfgeschehen weltweit. Ich sprach mit ihm über seine Rückkehr in das Rennengeschehen und die Situation des Biathlons im Harz und selten habe ich jemanden erlebt, der so sehr in sich selbst ruhte. Herr Böhm, worin bestehen die Aufgaben eines Sport- und Eventdirektors der IBU? Generell sind wir dafür verantwortlich, dass die internationalen Veranstaltungen so umgesetzt werden, wie die IBU sich das vorstellt. Das beinhaltet sowohl die sportlichen Belange wie auch alles drumherum. Für die internationale Veranstaltungen, also den Weltcup, den IBU-Cup und eben die Weltmeisterschaften, hat die IBU klare Vorgaben entwickelt. Die Sportdirektoren müsse...

Das Glück im richtigen Moment finden

Bernd Stelter gilt als nachdenkliche Frohnatur. Derzeit ist er mit seinem Programm „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ unterwegs. Ich sprach mit ihm über Morgenmuffel und die 5 Ls, die das Leben lebenswert machen. Herr Stelter, was bedeutet es für Sie, wieder auftreten zu dürfen? Ich brauche das Live-Erlebnis, den Austausch mit dem Publikum. Deswegen freue ich mich auf den Abend in Osterode. Ich freue mich vor allem, weil es in diesen Zeit wichtiger denn je ist, gemeinsam zu lachen.  Wie hat die Pandemie  die Branche verändert? Ich spüre immer noch eine gewisse Zurückhaltung. Neulich war ich bei den Wühlmäusen in Berlin. Dort habe ich immer 5 Konzert vor ausverkauften Haus gespielt. In diesem Jahr waren es bestenfalls 400 von 520 möglichen Zuschauern pro Veranstaltung. Das finde ich so schade. solche Momente sind aus meiner Sicht wichtiger denn je. Wenn jemand meint, mit Maske in meinen Konzerten sitzen zu müssen, dann kann er das gern tun. Dagegen habe ich nichts. Aber ...

Für eine Retrospektive ist man immer zu jung

Olaf Martens über Fotografie, Inszenierung und Provokation Er gehört zu den wichtigsten Fotografen Deutschlands. Aufgewachsen ist Olaf Martens in Nordhausen. Nun gibt er dort an gleich drei Standorten einen Einblick in sein Werk. Wir sprachen mit ihm über Fotografieren im geteilten und vereinten Deutschland. Herr Martens, was bedeutet Ihnen die Ausstellung in Nordhausen? Sehr viel. Ich bin oft da. Meine Eltern leben in Nordhausen und mein Bruder wohnt in Auleben. Außerdem hat im Fotoclub Nordhausen alles begonnen. Wie mein Studienfreund Neo Rauch ist es auch mir wichtig zu den Wurzeln zurückzukehren. Neo ist nach Aschersleben zurückgegangen und ich besuche regelmäßig Nordhausen. Ist die Ausstellung ihre erste Retrospektive? Nein, dafür ist man immer zu jung. Aber eine Ausstellung in dieser Form habe ich noch nicht gemacht. Ich musste viele meiner alten Arbeiten sichten und auswählen. Leider hat man dafür derzeit eben zu viel Zeit.  Martens Hyperrealismus: Märchenhafte Ins...

Man ist nie zu alt für die Maus

Helden und Geschichten: Interview mit Christoph Biemann Bei der Sendung ist er der Mann im grünen Pullover und seit 1972 ist er mit dabei bei der "Sendung mit der Maus". Erst hinter der Kamera und seit 1983 auch vor der Kamera. Ich sprach mit Christoph Biemann über die Maus, das Lesen und das Lernen. Herr Biemann, wie dringend ist es, die Maus zu schauen? Es ist sehr dringend und es wird immer dringender. Die Welt wird immer komplexer und da entwickeln auch Kinder das Bedürfnis. einzelne Aspekte unter die Lupe. Kinder wollen immer verstehen und da ist die Verknüpfung zwischen dem Lüften eines Geheimnisses und Spaß dabei haben ein gutes Mittel. Das ist allerbeste Unterhaltung. Was ist das Prinzip Maus? Das Prinzip besteht darin, mit dem Erzählen einer Geschichte Wissen zu vermitteln. Es gibt einen Helden und ein Problem und später die Lösung. Welches ist ihr Lieblingsfilm? Das ist immer derjenige,  an dem ich gerade arbeite. Aber ich liebe es auch, Filme nach zwei oder...

Keine gute Krise ungenutzt lassen

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen werden auch in diesem Jahr nicht zum gewohnten Termin rund um Pfingsten stattfinden. Das Festival wurde auf den September verlegt.  Herr Wolff, wie schwer ist Ihnen die Entscheidung zur Verschiebung gefallen? Nicht so schwer wie die Entscheidung im letzten Jahr. Die Situation war zu erwarten. Wir haben mit dem Aufsichtsrat seit Dezember immer wieder getagt. Und weil die Impfungen nicht so schnell vorangehen wie erhofft, haben wir uns nun zu diesem Schritt entschieden. Dabei spielen die Reisebeschränkungen für unsere Künstlerinnen und Künstler und auch unsere Gäste eine weitere Rolle. Niemand kann absehen, wie diese sich in den nächsten Wochen entwickeln. Zudem fehlen uns von einigen Spielstätten noch die Zusagen. So konnten wir den geplanten Vorverkauf im März nicht starten. Wir hätten bestenfalls regionale Händel-Festspiele feiern können. Aber das ist nicht unser Anspruch. Wir wollen ein internationales Festival sein.  Was erw...